Mongolei? Kyrgyzstan? Mongolei? Kyrgyzstan? Mongolei? Kyrgyzstan?…

„Die Menschheit hat keine umfassendere und keine kompliziertere Aufgabe als die, eine Kultur der Friedensliebe als Gegensatz zum Gewalt- und Kriegskult hervorzubringen.“
Tschingis Aitmatow

Vermutlich trug Aitmatov, der mich schon viele Jahre begleitet, und mein eigenes Jurtenleben doch zu der Entscheidung das Wesentliche bei. Um 10 Uhr am nächsten Tag treffen wir unseren Guide, Islam und fahren gemeinsam nach Karol Dobo, um im nördlichen teil des Tien Shan zu reiten.

Ich erfahre, dass wir 23 Pferde mitnehmen, 8 Kirgiesen und wir 11. Heiliger Bimbam, was für eine Karawane. Noch nie war ich mit so vielen Pferden auf einmal unterwegs. Ich wende ab, dass wir Tische und Stühle mitnehmen! Wir reiten los, die Sättel sind Metallgestelle mit verschiedenen Decken und Kissen gepolstert. Die Steigbügel kann man nicht verstellen, aber wir sind guter Dinge und freuen uns riesig. Am nächsten Tag geht es nach dem Frühstück weiter. Wir machen uns auf zum Kol Tor, einem kleinen, glitzernden Bergsee. Der Weg ist angenehm, die Aussichten bezaubernd und wir kommen ohne Zwischenfälle an. 2700 m hoch und türkisgrün, hinreißend. Am nächsten Morgen reiten wir weiter und weiter und weiter. Genießen die Leere, die weiten Hochebenen, das Licht, das die Landschaft ständig verändert. Wir lassen uns beeindrucken und hinreißen. Am Abend kommen wir in einem Tal an. Gerade als wir aufbauen wollen, fängt es kiloweise an zu hageln. Die Stimmung hagelt auch, nur noch schneller, die Moral liegt am Boden…Universum, bitte schick mir ein kleines Wunder. Da kommt ein Schäfer um die Ecke, auf einem sehr kleinen Esel. Sein Oberkörper ist länger, als der Esel groß ist und er hat eine sovjetanmutende große Mütze auf. Islam fragt ihn, ob er eine Unterkunft für uns weiß. Er bietet uns eine kleine Schäferhütte, oberhalb des Tals an, mit Ofen sagt er. Wir reiten wieder los und kommen auf einer Hochebene an. In die Hütte passt die Gruppe, Matte an Matte, auf dem Fußboden wie abgemessen rein. Der Ofen macht den kleinen Raum schnell warm und alle sind entspannt und vergnügt. Wer braucht schon ein Hotel oder ein Bett, die Gruppe ist an einem sehr genügsamen Punkt angekommen. In der Nacht sehen wir Millionen von Sternen, die Milchstrasse so nah. Heute Nacht will ich nicht schlafen. Am nächsten morgen reiten wir hinab zum Issyk Kol, wo wir uns heute von unseren Pferden und dem kirgieschen Team verabschieden werden. Und dann ist es soweit.. ein sehr herzlicher Abschied, nach einer besonderen, gemeinsamen Zeit. Wir steigen in den Sprinter, die Pferde werden auf LKWs verladen. Es ist vorbei.